Juni (öffnen mit Doppelklick)

21.02.2014 09:57

Juni 

Danach wird er in die Lagergebinde (40 kg Hobbock) abgefüllt und gelagert. Frühjahrshonige, die schnell kandieren, werden zu Beginn des Kandierens gerührt. Vor dem Abfüllen in die Verkaufsgebinde wird er nur angewärmt, nochmals gerührt und im cremigen Zustand abgefüllt. Waldhonige werden nur einmal gerührt und zwar während der Anwärmphase. Danach bleibt er bei 40° C im Wärmeschrank, bis er flüssig ist und abgefüllt werden kann. Das Rühren eines flüssigen Honigs ist sinnlos, da in ihm ja keine Kristalle zum Zerschlagen vorhanden sind.

Bis Mitte Juni können noch Ableger gebildet werden, danach sollten nur noch Kunstschwärme erstellt werden. Warum? Die Sommersonnenwende und die damit kürzer werdenden Tage verändern den Lebensrhythmus des Bienenvolkes. Der Vermehrungstrieb lässt nach und der Sammeltrieb nimmt zu. Hier können wir wieder das Zusammenspiel mit der Natur gut beobachten. Die Waldtracht beginnt und die Wintervorräte müssen eingebracht werden. Die Völker haben jetzt große ausgedehnte Brutnester ohne Anzeichen einer Depression Sollten Spätentwickler und Nachzügler jetzt noch Weiselzellen ansetzen, so genügt meist das einmalige Ausbrechen der Weiselzellen. Eine Schwarmverhinderung, so wie im letzten Heft beschrieben, kommt erstens zu spät - das Volk ist schon in Schwarmstimmung und zweitens werden beim Ausbleiben der Tracht die Mittelwände nicht ausgebaut - außer man verwendet ausgebaute ein- bis zweimal bebrütete Waben. Solche Völker werden bei uns aufgelöst und zur Ablegerbildung verwendet. Dabei werden dem Volk sämtliche Brutwaben mit der Königin entnommen, auf einen Raum heruntergesetzt und mit neuen bebrüteten Leerwaben ausgestattet. Auf die mittlere Wabengasse wird eine junge begattete Königin im Schlupfkäfig mit der Gitterseite nach unten mit Festverschluss aufgelegt. Die Flugbienen kommen alle zurück und am Abend ist die Beute gut mit Bienen besetzt. Nun wird der Festverschluss durch einen Zuckerteigverschluss ersetzt. Bei Trachtlosigkeit muss der sich von selbst gebildete Kunstschwarm gefüttert werden. Das Restvolk wird entweiselt und in Ableger aufgeteilt, wobei alle schon vorhandenen Weiselzellen ausgebrochen werden. Nach 9 Tagen werden alle Nachschaffungszellen ausgebrochen und die Ableger mit je einer schlupfreifen Zuchtweiselzelle beweiselt. Weder die Schwarm- noch die Nachschaffungszellen solcher Völker sollten verwertet werden, da sie genetisch nicht unseren Vorstellungen entsprechen und die Nachschaffungszellen zusätzlich durch den Verlust der Flugbienen nicht optimal gepflegt wurden. Bei der derzeitigen Varroaproblematik sollte die Volksverjüngung oder Vermehrung nur über die Ablegerbildung mit gedeckelten Brutwaben und einer schlüpfreifen Zuchtweiselzelle oder über Kunstschwärme, die grundsätzlich mit einer begatteten Königin beweiselt werden sollten, erfolgen. Einmal haben wir bei dem Verfahren eine achttägige Zeitspanne ohne gedeckelte Brut, in der eine effektive Varroabehandlung durchgeführt werden kann und zweitens kann man einen Ableger, bei dem die Jungkönigin ausgeblieben ist, sofort mit einer begatteten Königin wieder beweiseln. Macht man Kunstschwärme mit unbegatteten Königinnen und kommt eine Königin vom Begattungsflug nicht zurück, so kann man weder mit den Bienen noch mit den halb ausgebauten, mit Weiselnäpfchen übersäten Mittelwänden etwas anfangen. Eine begattete Königin nehmen diese Bienen nicht an (Afterweisel) und hängt man ihnen eine offene Brutwabe zu, so dauert es viel zu lange, um ein Volk darauf aufzubauen.

Da Anfang bis Mitte Juni mit einer Waldtracht zu rechnen ist, die Bienen für diese Tracht schon vorhanden sind (Gesetz der 40 Tage) und die Völker noch große Brutflächen besitzen, ist jetzt die beste Zeit für eine Ablegerbildung gekommen. Doch sollte man so früh beginnen, dass die Jungköniginnen der Ableger um die Sommersonnenwende in Eilage sind.

Auch hier gibt es zwei ganz simple Lösungen. Haben wir ein sehr starkes Volk, so bekommt es nach der Abschleuderung schöne helle frisch ausgeschleuderte Waben in den Honigraum zurückgehängt - nach einer halben Stunde ist der Honigraum wieder sehr gut mit Bienen besetzt, die mit dem Putzen der Waben beschäftigt sind. Nun nimmt man einfach den Honigraum weg, stellt ihn auf ein neues Bodenbrett - stellt die neu gebildete Einheit in 6 km Entfernung auf und gibt ihr eine junge begattete Königin im Ausfresskäfig zu. Im anderen Fall werden die Bienen beim Abkehren der Honigwaben nicht ins Volk zurückgekehrt, sondern gleich in einen auf einer Waage stehenden Schwarmsiebkasten mit Trichter hineingekehrt. Haben wir ein Gewicht von 4 Pfund erreicht, so werden die Bienen nach dem Sieben in einen leeren 5-Wabenablegerkasten geschüttet (vorher gut nass machen) und bei guter Belüftung in den Keller gestellt, wo sie bis zum späten Nachmittag verbleiben. Dann werden sie ebenfalls in 6 km Entfernung in vorbereitete Beuten geschüttet und mit einer begatteten Jungkönigin im Ausfresskäfig beweiselt. Die sofortige Fütterung begünstigt die Annahme der Königin.

Dazu gehört eine Arbeitsplanung, die uns gewährleistet, dass zum Zeitpunkt der Kunstschwarmbildung auch begattete Königinnen zur Verfügung stehen - und damit kommen wir wieder zur Verwertung der geschlüpften Jungköniginnen zurück.

Nach der Mängelprüfung der frisch geschlüpften Königinnen kommen diese nochmals für 24 Stunden ins Volk oder in den Brutschrank zurück, damit der Chitinpanzer aushärten kann. Beim Verbleib im Brutschrank wird die Temperatur um 5° zurückgenommen. Die biologischste Art der Verwertung ist natürlich die Ablegerbildung mit schlupfreifen Weiselzellen, die im Ableger schlüpfen und in dieser Einheit zur Paarung kommen. Hier erfolgt das Zeichnen der Jungköniginnen erst nach der Paarung. Verkaufszüchter oder Imker, die eine größere Anzahl von begatteten Königinnen benötigen, müssen die Jungköniginnen über Begattungseinheiten erzeugen. Dabei gibt es wiederum verschiedene Systeme. Für Kleinimker empfiehlt sich das Kirchhainer- und das Apidea- Begattungskästchen mit drei kleinen Wäbchen und einer Futterkammer, die gleichzeitig als Erweiterungsraum genutzt werden kann, wenn die begattete Königin nicht gleich gebraucht wird. Für den Verkaufszüchter hat sich das EWK als das wirtschaftlichere erwiesen. Das Bienengemisch zum Füllen der Begattungskästchen spielt dabei die wichtigste Rolle. Am besten eignen sich die Bienen der Pflegevölker, die ja jetzt brutfrei sind und restlos verarbeitet werden können. Will man Bienen von zu schröpfenden Völkern nehmen, so dürfen diese noch nicht die depressive Phase erreicht haben - am besten kehrt man Bienen von Brutwaben ab, die vorher im Honigraum über Absperrgitter umgehängt wurden. Wichtig ist dabei, zu beachten, dass die Bienen zum Füllen der Begattungskästchen drohnenfrei sind, auch wenn sie nicht auf eine Belegstelle gebracht werden. Da Drohnen Geschlechtstiere sind, fühlen sich die Bienen nicht hoffnungslos weisellos und können die jungen Königinnen einknäulen. Wir erstellen erst einen Sammelschwarm, der über einen Schwarmsiebkasten drohnenfrei gemacht wird - dann lassen wir ihn 3 bis 4 Stunden stehen, machen ihn gut nass und füllen nun je Kästchen einen Schöpflöffel Bienen (100 g = 1000 Bienen) ein. Nach dem Befüllen lassen wir die jungen Königinnen durch das Flugloch einlaufen - danach kommen die Kästchen in einen dunklen, kühlen (nicht kalten) Raum und bleiben dort mindestens drei Tage. Haben die Völkchen mit dem Bau der Wabe begonnen, können sie in den Abendstunden aufgestellt werden. Haben sie nach drei Tagen noch nicht mit dem Wabenbau begonnen, überprüft man erst den Futterteig, ob er eventuell zu hart ist. Nach einer Wassergabe beginnen sie dann zu bauen, ob man sie nun noch einen Tag stehen lässt oder aufstellt. Bei weichem Zuckerteig stimmt etwas nicht - entweder war es zu kalt oder das Bienengemisch stimmt nicht. Nach einer weiteren eintägigen Haft in einem wärmeren Raum müssen sie nun mit dem Bauen beginnen. Ist dann trotzdem keine Bautätigkeit festzustellen, werden die Königinnen, soweit noch vorhanden, wieder herausgefangen und einem neuen Bienengemisch zugesetzt. Stellt man solche Kästchen auf, so ziehen sie am nächsten Tag aus und die ganze Arbeit der Aufzucht war umsonst.

Bei gutem Begattungswetter sind nach 10 Tagen die ersten Königinnen in Eilage. Nun wartet man ab, bis die ersten Brutzellen gedeckelt sind. Ist Arbeiterbrut vorhanden, so kann die nun begattete Königin entweder verarbeitet oder verkauft werden. Nach der Deckelung der letzten Brutzellen werden die nachgezogenen Weiselzellen ausgebrochen - Vorsicht, auch die Futterkammer kontrollieren - und das Kästchen wieder mit einer schlüpfreifen Weiselzelle bestückt. Gibt man die Weiselzelle gleich nach dem Herausfangen der begatteten Königin zu, so fliegt die geschlüpfte Königin erst zur Begattung aus, wenn die letzte Zelle gedeckelt ist.

Solange die Bienen noch offene Brut haben und sich eine Königin selber nachziehen könnten, lassen sie eine ausgeflogene Königin nicht mehr rein. Erinnern wir uns - 8 Tage nach dem Auszug eines Vorschwarmes schlüpft die erste junge Königin - nach 4 Tagen wird sie brünstig - also sind 12 Tage bis zu ihrem Begattungsflug vergangen - das Volk hat keine offene Brut mehr. Durch das Schlüpfen der Bienen der vorhergegangenen Königin sind wieder genügend Jungbienen vorhanden, um die Brut der nächsten Königin zu pflegen. So kann man auch in einem Begattungskästchen bis zu 4 Königinnen im Laufe des Jahres begatten lassen, ohne dass eine Qualitätsminderung der Königinnen erfolgt. Noch ein Tipp für Anfänger, die zum ersten mal Begattungskästchen füllen. Umso jünger eine Königin ist, umso sicherer wird sie angenommen. Man nimmt die frisch geschlüpften Königinnen aus dem Schlupfkäfig und lässt sie gleich ungezeichnet in die Begattungskästchen durchs Flugloch einlaufen. Durch die noch fehlende Pheromonabsonderung wird sie nicht als Königin erkannt und wie eine Jungbiene behandelt. Erst nach dem Aushärten der Behaarung beginnt sie mit der Produktion des Pheromons und wird als Königin akzeptiert - dann ist sie jedoch schon ein Bestandteil des Völkchens.

Das Zeichnen erfolgt dann erst nach der Begattung und so geht man einem Verkleben der Flügel beim Zeichnen vor der Begattung auch aus dem Weg. Bei uns fallen dann Ende August bis zu hundert Begattungskästchen an, die aufgelöst werden müssen. Versucht man, die Bienen eines oder auch mehrerer Kästchen in den Honigraum eines Volkes zu kehren, so findet man sie am nächsten Morgen tot vor dem Flugloch (man kann nur Masse mit Masse vereinigen). Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Kommen die Kästchen beim Abräumen von der Belegstelle, so nimmt man dem zu verstärkenden Volk den Honigraum, wobei die Bienen in den Brutraum gekehrt werden. Dann wird eine Folie so aufgelegt, dass nur eine kleine Öffnung bleibt. Nun wird der leere Honigraum wieder aufgesetzt - ein Batzen weicher Futterteig hingelegt, die Bienen der Kästchen dazugekehrt und der Kasten geschlossen. Die Bienen können sich nun voll Futter saugen und weil sie nicht wissen wohin damit, tragen sie es in den Brutraum, ohne von den Stockbienen belästigt zu werden - sie bringen ja etwas mit. Stehen die Kästchen am Heimstand, so werden sie am Abend zugemacht und in die Transportkästen gestellt, damit sie Luft bekommen. Am nächsten Tag fährt man sie 6 km weit auf einen bienenleeren Platz, stellt dort eine vorbereitete Beute mit schönen hellen Leerwaben auf, legt auf das Bodenbrett eine begattete Königin im Ausfresskäfig hinein, legt anschließend ein Absperrgitter auf und stellt ein leeres Magazin oben drauf. Nun kehrt man alle Bienen in den leeren Raum, indem man ebenfalls Futterreste der Begattungskästchen mit hinein gibt und legt den Deckel auf. Die umher fliegenden Bienen sammeln sich alle am Flugloch und ziehen sterzelnd ein. Sind noch gedeckelte Brutwäbchen vorhanden, so kann man sie ebenfalls in den leeren Raum mit hineinstellen. In den meisten Kästchen sind noch unbegattete Königinnen aus den Nachschaffungszellen der letzten Brutserie, die zuvor heraus gefangen werden müssen. Am besten geht es am Heimstand - hier hat man mehr Zeit und Ruhe. Erfolgt das Ausfangen erst bei der Auflösung, so sollte man vorsichtshalber auch das Flugloch mit einem Absperrgitter sichern - dort kann man abgeflogene Königinnen leicht abfangen und abdrücken. Eine Überwinterung solcher Sammelschwärme gelingt meist gut, doch ist der Wintertotenfall wesentlich höher und die Frühjahrsentwicklung zögernder. Unsere Untersuchungen auf Nosema ergaben keinen höheren Befall gegenüber anderen Völkern. Sie eignen sich besonders zur Überwinterung von Reserveköniginnen - weniger als Wirtschaftsvölker.

Natürlich fällt bei uns auch einmal ein Schwarm - bei einer übersehenen Weiselzelle oder bei der Schwarmverhinderung, weil die zweite Brutraumgabe wegen fehlender Tracht länger als 3 bis 4 Wochen dauert. Auch werden wir oft zur Bergung fremder Schwärme geholt, die mit der altbewährten dreitägigen Kellerhaft saniert werden. Fremdschwärme sollten jeden Tag kontrolliert werden, da man nicht weiß, wie lange sie schon unterwegs waren oder hingen. Dazu sollten eigens dafür hergestellte Drahtkäfige verwendet werden. Die käuflichen Schwarmsiebkästen haben zu kleine Belüftungslöcher - lediglich der Marburger Feeglingskasten mit der ganzseitigen Belüftungsmöglichkeit ist brauchbar. Am besten eignen sich die Versandkisten der Heideimker. Während der Kellerhaft verbrauchen die Schwärme ihr mitgebrachtes Futter, so dass eine Verbreitung der bösartigen Faulbrut unterbunden wird. Am dritten Tag erfolgt eine Varroabehandlung mit  Perizin und am 4. Tag werden sie eingeschlagen.

Vorschwärme bauen in den ersten 8 Tagen Arbeiterbau, dann auch Drohnenbau - sie sollten deshalb auf Mittelwänden eingeschlagen werden. Nachschwärme bauen in diesem Jahr nur Arbeiterbau und benötigen nur Anfangsstreifen. Bei Trachtlosigkeit müssen sie gefüttert werden. Eigene Schwärme, von denen wir wissen, aus welchem Volk sie stammen, werden geborgen und bis zum Abend in den Schatten oder Keller gestellt.

Bei Einbruch der Dämmerung wird eine leere Beute seitlich des Bienenhauses auf den Erdboden gestellt und der Schwarm vor das weit geöffnete Flugloch geschüttet.

Nach unseren Erfahrungen ziehen Schwärme, die durchs Flugloch einziehen nicht mehr aus. Nachdem alle Bienen im Kasten sind, kann man den Schwarm auf den alten Platz stellen. Da er alle Flugbienen des abgeschwärmten Volkes erhält, wird gleich das Absperrgitter aufgelegt und der Honigraum des Restvolkes aufgesetzt. Beim Restvolk brauchen keine Schwarmzellen ausgebrochen werden, da es durch den Verlust der Flugbienen nicht mehr schwärmt. Nach einer Schlechtwetterperiode findet man oft beim Durcharbeiten der Völker ein abgeschwärmtes Volk, bei dem schon junge Königinnen tuten und quaken. Hier ist schon eine Königin geschlüpft und die anderen haben ihre Zelldeckel schon aufgesägt, werden aber von den Bienen durch das Zuhalten der Zelldeckel am Schlüpfen gehindert. Zieht so ein Nachschwarm aus, fallen in der allgemeinen Aufregung die Zelldeckel auf und alle Königinnen ziehen mit aus, so dass unter Umständen das Restvolk weisellos sein kann.

In der Aufregung der Bearbeitung fallen ebenfalls die Zelldeckel, so dass mehrere Königinnen auf den Waben zu finden sind. Findet man noch gedeckelte Weiselzellen, so braucht man diese nur ausbrechen und schon schwärmt das Volk nicht mehr, auch wenn mehrere geschlüpfte Königinnen im Volk sind. In der Regel schwärmt es nur bis zur letzten gedeckelten Weiselzelle. Manche Imker versuchen durch das Schneiden eines Flügels der Königin, das Wegfliegen der Vorschwärme zu verhindern. Zieht nun so ein Schwarm aus, trudelt die Königin zu Boden und der Schwarm kehrt wieder in die alte Beute zurück. Meist findet sie der Imker mit ein paar Bienen vor dem Bienenstand. Ist jedoch Grasbewuchs davor, wird sie leicht übersehen und der Imker merkt gar nicht, dass ein Volk geschwärmt hat. 8 Tage später zieht dann der Schwarm als Singerschwarm mit einer jungen Königin aus und sucht sofort das Weite. Besser wäre das Schneiden beider Flügel, wobei nur die Rundungen am Flügelende beschnitten werden, so dass sie zwar noch fliegen kann, doch nicht mehr weit und nicht mehr unerreichbare Höhen erreicht. So hängen die Schwärme in der Nähe des Standes und können so leicht geborgen werden. Schwärme setzen sich gerne über Wasseradern an, deshalb sollte man sich einen Wünschelrutengänger kommen lassen, der das Gelände um den Bienenstand abgeht. Oft stellt man dann mit Erstaunen fest, dass Schwärme vergangener Jahre an Plätzen über so gefundene Wasseradern hingen. Hat man so einen Platz ausgemacht, so nimmt man ein 25 cm langes Rundholz mit Rinde von 25 cm Durchmesser, trennt seitlich ein 5 cm starkes Stück ab, dreht in der Mitte der geraden Fläche einen Kleiderbügelhaken ein, so dass der abgerundete Teil nach unten hängt. Diesen Schwarmlocker hängt man nun an einen Ast eines Baumes oder Strauches, der über einer Wasserader steht auf. Besprüht man ihn zusätzlich mit einem Lockmittel, so hat man bald den erwünschten Erfolg. Lockmittel allein haben sich als unbrauchbar erwiesen. Oft genügt auch schon das Einreiben mit frischen Blättern der Zitronenmelisse oder von schwarzen Johannisbeeren auf die Rinde des Lockers, dass jedoch während der Schwarmzeit alle 2 Tage wiederholt werden sollte.

Nun ist auch die Zeit der Frühtrachtschleuderung gekommen. Bei manchen Imkern meint man allerdings, sie würden an einer Olympiade teilnehmen - wer als erster geschleudert hat, ist der beste Imker. Hinterher wird dann über gärenden Honig geklagt. Deshalb kann man nicht oft genug betonen, dass der Honig bei der Schleuderung reif sein muss. Die Waben sollten mindestens über zwei Drittel gedeckelt sein und der noch offene Honig darf bei einem kräftigen Schlag auf den Wabenschenkel nicht herausspritzen. Wer einen Refraktormeter hat, sollte vor dem Schleudern eine Probe des noch offenen Honigs untersuchen. Er sollte nicht mehr als 17% Wassergehalt haben. Beim Kristallisationsvorgang geben die Kristalle ihr Wasser an das übrige Volumen ab, so dass der Wassergehalt beim kandierten Honig höher ist. Deshalb sollte niemals während einer Tracht geschleudert werden. Erst 3 Tage nach dem Ende der Tracht oder nach einer dreitägigen Schlechtwetterperiode ohne Tracht. Es ist schon oft vorgekommen, dass die Bienen auch bei Regen reichlich Nektar eintragen konnten. Bei einer Massentracht sollten deshalb nur die ganz gedeckelten Waben entnommen und durch leere ersetzt werden. Setzt man Honigräume auf, in denen keine Brutwaben umgehängt werden, so kann man die Waben etwas auseinanderrücken. Bei Hinterbehandlungsbeuten im Warmbau ist dies jedoch kaum und bei Blätterbeuten durch die Fixierung der Abstandsrechen überhaupt nicht möglich. Bei Oberbehandlungsbeuten wie der Trogbeute oder beim Magazin geht das sehr gut. Man erreicht dadurch ein Aufziehen der Zellen. Die Waben werden erst gedeckelt, wenn nur noch eine Bienenbreite in den Wabengassen übrig bleibt (bei den Brutwaben haben die Wabengassen zwei Bienenbreiten) und hat so ein größeres Volumen der Wabe.

Das hat den Vorteil, dass z.B. bei dem am meist gebräuchlichsten 9-Waben Zandermagazin mit nur 8 Waben Inhalt die Honigmenge die gleiche ist, man jedoch je Volk eine Wabe weniger entdeckeln muss - bei 20 Völkern 20 Waben weniger. Das Entdeckeln geht wesentlich leichter, da man mit der Entdeckelungsgabel bei ehemals bebrüteten Waben nicht in die Nymphenhäutchen kommt. Nach dem Schleudern kann man sie genauso wieder einhängen. Waben, die man wieder für den Brutraum verwenden möchte, werden mit einem großen Messer, an oberen und unteren Rähmchenträger aufliegend entlangfahrend, eingekürzt. Die Schleuderung läuft bei uns folgendermaßen ab: Nach der Entnahme der vollen Honigwaben werden sie gewogen, entdeckelt und geschleudert. Danach werden die geschleuderten Waben zurück gewogen und die Honigmenge ins Völkerbuch eingetragen. Der Honig läuft von der Schleuder durch ein Doppelsieb in 25-Pfundeimer und wird gleich, durch ein Seihtuch (Spitzsieb) laufend, in Abfüllkannen (50 kg) umgeleert.

Bei einer Melezitosetracht gehen wir anders vor. Am Ende der Tracht werden die Waben den Völkern entnommen und kommen erst ins Lager. Melezitosehonig verhält sich anders als Rapshonig. Rapshonig bleibt im Volk lange flüssig, deshalb gibt es hier keine Ausrede - ich muss schleudern, sonst wird der Honig in den Waben fest - erst nach der Schleuderung beginnt er sofort zu kandieren. Melezitosehonig kandiert schon in den Waben und deshalb ist keine Eile geboten. Schleudert man ihn vor dem Kristallisieren in den Waben, ist er nicht reif und hat einen zu hohen Wassergehalt. Steht er in den gedeckelten Waben im Lager, so verändert er sich nicht mehr, aber das Wachs der Waben ist nun ausgekühlt und die Waben werden dadurch wesentlich stabiler. Die Waben werden entdeckelt, angeschleudert, mit der Nadelwalze leicht angelöst, wieder geschleudert, nochmals kräftig gewalzt und schließlich ausgeschleudert. 90 bis 95 % sind so schleuderbar. Da er nicht durch das Doppelsieb läuft, lassen wir ihn erst einmal grob klären, schöpfen die groben Wachsanteile ab und lassen ihn dann durch ein Melithermgerät laufen. Dadurch werden die Melezitosekristalle geschmolzen, er verliert seine unansehnliche graue Farbe und wird schön dunkel und bleibt lange flüssig. Eine Schädigung erfolgt dadurch nicht, da er nur an der 70° warmen Heizspirale zum Schmelzen der Kristalle vorbeiläuft. Unbebrütete Waben mit Melezitosehonig können nicht geschleudert werden. Sie werden zur Fütterung bei Trachtlücken und für die Ablegerfütterung verwendet. Dabei machten wir eine interessante Entdeckung. Die Wachsdeckel ließen sich im Frühjahr leicht mit dem Daumen abschieben und darunter kam eine fein pasteurisierte Masse zum Vorschein. Scheinbar geht während des Winters eine Veränderung des Honigs vor sich. Beim Zuhängen solcher entdeckelten Waben werden diese ohne Rückstände verbraucht. Es werden keine Kristalle vor den Fluglöchern gefunden.